Am 26. April veranstaltete das Deutsch-Ukrainische Zentrum in Rostock mit Unterstützung des LiteraturRat MV den literarischen Abend „Poesie ohne Grenzen“. Die Veranstaltung brachte Autorinnen und Autoren sowie Zuhörerinnen und Zuhörer aus verschiedenen Regionen Deutschlands zusammen und wurde zu einer Plattform für professionellen und interkulturellen Austausch.
Das zentrale Ereignis des Abends war die offizielle Gründung der Union ukrainischer Schriftsteller:innen in Deutschland, die derzeit 37 Autorinnen und Autoren vereint. Die Initiative zielt darauf ab, ein nachhaltiges Netzwerk ukrainischer Schriftsteller:innen in der Diaspora aufzubauen, Übersetzungspraktiken zu fördern und die ukrainische Literatur in den deutschen Kulturkontext zu integrieren. Ein wichtiger Schwerpunkt ist zudem die Zusammenarbeit mit der Nationalen Schriftstellerunion der Ukraine, die die Verbindung zwischen dem literarischen Prozess in der Ukraine und im Ausland stärkt.
An der Veranstaltung nahmen Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus verschiedenen Städten teil – aus Rostock, Wismar, Güstrow, Neubrandenburg, Bielefeld und Wolfsburg. Diese geografische Vielfalt unterstreicht den dezentralen Charakter der ukrainischen Kulturszene in Deutschland sowie deren schrittweise institutionelle Entwicklung.
Im Programm wurden Texte von Neonila Shevchuk, Lesia Ivanenko, Rustam Salakhutdinov, Tetiana Khomenko, Oleksandra Handziuk, Petro Haievyi, Jens Lippert, Oleksandra Parkhomenko, Tetiana Didur, Vira Momot, Yuliia Molchanova und Oleksandra Yakymenko gelesen. Die Lesungen fanden auf Ukrainisch und Deutsch statt und schufen einen Raum für unmittelbares Erleben von Bedeutungen und Emotionen.
Zu den Gästen gehörten Vertreter:innen des LiteraturRat Rostock sowie die deutsche Autorin Everest Girard, die an der Schnittstelle von Kulturen und Sprachen arbeitet.
Ein besonderer Programmpunkt war der musikalische Teil – die Premiere eines Liedes nach Texten von Oleksandra Yakymenko (Musik: Larysa Savytska), der das literarische Programm organisch ergänzte.
Auf Grundlage der Lesungen ist die Veröffentlichung einer zweisprachigen literarischen Anthologie geplant, die die Texte der Teilnehmenden vereinen und einen weiteren Schritt in der Entwicklung dieser Initiative darstellen wird.
Im Rahmen des Abends fand zudem die Preisverleihung des Wettbewerbs zum Geburtstag von Taras Schewtschenko statt, der vom Deutsch-Ukrainischen Zentrum in Rostock im Rahmen der Schewtschenko-Woche organisiert wurde. Den Preisträger:innen, die in der Ukraine leben, wurden Auszeichnungen und Geschenke zugesandt.
Insgesamt zeigte „Poesie ohne Grenzen“, dass die ukrainische literarische Präsenz in Deutschland sich von einzelnen Initiativen hin zu einer systematischeren und institutionellen Form entwickelt – mit eigenen Strukturen, Partnerschaften und wachsender geografischer Reichweite.
Der Text wurde vom Pressedienst des Deutsch-Ukrainischen Zentrums in Rostock erstellt.








