Konferenz „Erfolgsgeschichten“: Ukrainische Fachkräfte und berufliche Integration in Deutschland

Am 18. Mai fand in Rostock die Konferenz „Erfolgsgeschichten“ statt, die vom Deutsch-Ukrainischen Zentrum Rostock e.V. organisiert wurde. Die Veranstaltung widmete sich der beruflichen Integration von Ukrainerinnen und Ukrainern in den deutschen Arbeitsmarkt und brachte Vertreterinnen und Vertreter der ukrainischen Community, staatlicher Institutionen, der Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen.

Die berufliche Integration ukrainischer Geflüchteter gehört weiterhin zu den meistdiskutierten Themen in Deutschland. Trotz unterschiedlicher Einschätzungen über Tempo und Herausforderungen der Integration zeigt sich zunehmend eine klare Entwicklung: Immer mehr Ukrainerinnen und Ukrainer finden ihren Platz auf dem deutschen Arbeitsmarkt, gründen Unternehmen, absolvieren Qualifizierungsmaßnahmen oder setzen ihre berufliche Laufbahn in Deutschland fort.

Im Mittelpunkt der Konferenz standen Menschen, die ihren eigenen Integrationsweg bereits erfolgreich gegangen sind und bereit waren, offen über ihre Erfahrungen zu sprechen – über den Neustart in Deutschland, die Arbeitssuche, die Anerkennung von Abschlüssen, bürokratische Hürden, den Spracherwerb, berufliche Neuorientierung oder den Weg in die Selbstständigkeit.

An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter der ukrainischen Community, Unternehmerinnen und Unternehmer, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Ärztinnen und Ärzte sowie Mitarbeitende von Jobcenter, Agentur für Arbeit, Sprachschulen, der Stadtverwaltung und des Landes Mecklenburg-Vorpommern teil.

Zu den Gästen der Konferenz gehörten unter anderem:

Stephanie Nelles, Integrationsbeauftragte der Hanse- und Universitätsstadt Rostock
Maria Lichtermann, Vorsitzende des Migrantenrats Rostock
Andrea Kether, Agentur für Arbeit Rostock

Ihre persönlichen Integrationsgeschichten präsentierten:

Nataliya Shchebetovska, Integrationsbeauftragte in Neubrandenburg
Viktoriia Skrypnyk und Hanna Yurchenko, Unternehmerinnen im Beauty-Bereich
Hanna Holosova, Mitarbeiterin des Jobcenters
Marat Shakirov, Finanz- und Versicherungsberater
Dr. Olha Snizhko, Fachärztin für Gynäkologie
Nataliya Jentsch, Mitinhaberin des Sprachdienstleisters World Text
Ellen Fübbecker, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Rostock
Oleh Chekotun, Unternehmer

Während der Diskussionen wurden nicht nur Erfolgsgeschichten vorgestellt, sondern auch die Herausforderungen benannt, mit denen viele Ukrainerinnen und Ukrainer konfrontiert sind: Sprachbarrieren, die Anerkennung von Abschlüssen, die Suche nach geeigneten Arbeitsplätzen, Besonderheiten des Arbeitsmarktes in Mecklenburg-Vorpommern, fehlende berufliche Netzwerke sowie die berufliche Neuorientierung in einem neuen Land.

Im Rahmen der Konferenz wurden zudem Ergebnisse einer internen Umfrage des Deutsch-Ukrainischen Zentrums Rostock vorgestellt. Demnach sind rund 66 Prozent der befragten Mitglieder der ukrainischen Community wirtschaftlich aktiv.

Ein weiterer Programmpunkt widmete sich Beratungs- und Unterstützungsangeboten im Bereich Arbeitsmarktintegration. Ihre Programme präsentierten die KAUSA-Landesstelle Mecklenburg-Vorpommern „MyLife“ sowie Migra e.V., die Migrantinnen und Migranten bei Berufsorientierung, Anerkennung von Qualifikationen und Integration in den Arbeitsmarkt begleiten.

Im Anschluss an die Vorträge fanden thematische Gesprächsrunden und ein intensiver informeller Austausch statt. Dabei diskutierten die Teilnehmenden konkrete Fragen zu Beschäftigungsmöglichkeiten, Unternehmensgründung, Anerkennungsverfahren und beruflicher Entwicklung in Deutschland.

Ein Teilnehmer fasste seine Eindrücke wie folgt zusammen:

„Einige Referentinnen und Referenten haben offen erzählt, wie schwierig ihr Weg war und welche bürokratischen Hürden sie überwinden mussten. Gerade diese Ehrlichkeit war besonders wertvoll. Ich habe Antworten auf Fragen erhalten, die mich schon lange beschäftigt haben.“

Genau dieser offene und ehrliche Austausch war das zentrale Ziel der Veranstaltung.

Die Vorbereitung der Konferenz dauerte mehrere Monate. Ziel war es, Menschen aus unterschiedlichen Berufsbereichen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern zusammenzubringen und neue Kontakte zwischen der ukrainischen Community, Fachleuten und deutschen Institutionen zu schaffen.

Für das Deutsch-Ukrainische Zentrum Rostock e.V. ist es wichtig, die ukrainische Community nicht ausschließlich durch die Perspektive von Flucht und humanitärer Unterstützung sichtbar zu machen. Ukrainische Bürgerinnen und Bürger bringen berufliche, wissenschaftliche und wirtschaftliche Kompetenzen mit und leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Region.

Die Konferenz bot zugleich die Möglichkeit, bestehende Kooperationen mit deutschen Institutionen zu vertiefen. Bereits geplant sind weitere praxisorientierte Informationsveranstaltungen zu den Themen Selbstständigkeit, Beschäftigung im Gesundheitswesen, Stellensuche sowie Unterstützungsangebote der Agentur für Arbeit.

Das Deutsch-Ukrainische Zentrum Rostock e.V. bedankt sich herzlich bei allen Referentinnen und Referenten, Gästen sowie Partnerorganisationen für ihre Teilnahme, ihr Vertrauen und ihre Bereitschaft zur langfristigen Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Integration von Ukrainerinnen und Ukrainern in Mecklenburg-Vorpommern.

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