„Moderne Mavka. Rückkehr zur Natur“: Ukrainische Kinder in Rostock erzählen eine Geschichte über Krieg, Umwelt und Hoffnung
Das Deutsch-Ukrainische Zentrum Rostock präsentiert das neue Kunstprojekt „Moderne Mavka. Rückkehr zur Natur“ – eine groß angelegte fotografische und künstlerische Ausstellung mit ukrainischen Kindern und Jugendlichen, die infolge des russischen Angriffskrieges Zuflucht in Deutschland gefunden haben.
Inspiriert wurde das Projekt von Lessja Ukrajinkas berühmtem Drama „Das Waldlied“ sowie dem international erfolgreichen Animationsfilm „Mavka“. Die bekannten Figuren erscheinen jedoch in einer neuen Realität – zwischen moderner Stadt, Technologie, Umweltkrisen und den Folgen des Krieges.
An dem Projekt nehmen zwölf Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis achtzehn Jahren teil. Sie schlüpfen in die Rollen von Mavka, Lukasch, dem Waldgeist, der Wassernymphe, dem Wassergeist und weiteren Figuren der ukrainischen Mythologie. Durch kunstvoll inszenierte Fotografien erzählen sie Geschichten über Verlust, Hoffnung, Liebe zur Natur und Verantwortung für die Zukunft.
Ein besonderes Merkmal des Projekts ist sein ökologischer Ansatz. Die Kostüme werden von einem Designerteam überwiegend aus recycelten, wiederverwendeten und natürlichen Materialien gefertigt. Damit möchten die Organisatoren zeigen, dass Umweltschutz mit einem bewussten Umgang mit Ressourcen beginnt.
Das Projekt umfasst mehrere Phasen: kreative Workshops und Diskussionen, die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem Werk von Lessja Ukrajinka und dem Film „Mavka“, die Entwicklung individueller Kostüme sowie Fotoshootings sowohl im urbanen Raum als auch in der Natur. Das Ergebnis werden großformatige Fotokunstwerke, ein Kalender mit den Figuren des Projekts, Ausstellungsposter sowie eine mobile Ausstellung sein, die in verschiedenen deutschen Städten präsentiert werden soll.
Nach Angaben der Organisatoren verfolgt das Projekt nicht nur künstlerische, sondern auch gesellschaftliche Ziele.
Die Projektidee stammt von der ukrainischen Kuratorin und Fotografin Lesia Ivanenko, die zugleich die künstlerische Leitung des Projekts übernimmt
„Der Krieg nimmt Kindern nicht nur ihr Zuhause und ihr Sicherheitsgefühl. Er entfremdet die Menschen auch von der Natur und lässt ökologische Fragen in den Hintergrund treten. Wir möchten den Kindern einen kreativen Raum geben, um ihre Erfahrungen zu verarbeiten, und gleichzeitig die Öffentlichkeit daran erinnern, dass im Krieg oft jene am meisten leiden, die sich selbst nicht schützen können – Kinder, Tiere und die Natur.“
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Konflikt zwischen der Welt der Natur und einer Welt des grenzenlosen Konsums. Mavka symbolisiert Harmonie, Liebe und die Verbundenheit mit der Umwelt. Die moderne Interpretation der Figur Kylyna hingegen steht für Gleichgültigkeit, Gier und die rücksichtslose Ausbeutung natürlicher Ressourcen.
Das Projekt greift Themen auf, die für die Ukraine heute von besonderer Bedeutung sind. Zerstörte Wälder, verminte Felder, verschmutzte Flüsse, verendete Tiere und geschädigte Ökosysteme gehören zu den oft übersehenen Folgen des Krieges. Deshalb erhält die Geschichte von Mavka eine neue Aktualität – als Aufruf, die Natur zu schützen und Verantwortung für kommende Generationen zu übernehmen.
Den Abschluss bildet eine große öffentliche Präsentation mit Ausstellungseröffnung, einer Modenschau der einzigartigen Kostüme sowie Begegnungen mit Fotografinnen, Künstlerinnen und den jungen Teilnehmer*innen. Besucherinnen und Besucher erhalten zudem die Möglichkeit, die Kostüme aus nächster Nähe kennenzulernen und Erinnerungsfotos zu machen.
🌲 „Moderne Mavka. Rückkehr zur Natur“ ist eine Geschichte über Kinder, die den Krieg erlebt haben und dennoch ihre Fähigkeit zu träumen bewahrt haben. Es ist eine Geschichte über den Weg zurück zur Natur, zu den eigenen Wurzeln und zu einer friedlichen Zukunft.








