Im Rahmen des Frühlings-Benefizkonzerts, das vom Deutsch-Ukrainischen Zentrum Rostock e.V. organisiert wurde, fand am 7. März eine Ausstellung mit Arbeiten der Teilnehmerinnen der Petrykiwka-Malerei-Werkstatt in Rostock statt.
Die Werkstatt besteht bereits seit fast vier Jahren und arbeitet an der Zukunftsladens Rostock. Künstlerische Leiterin ist Olga Cheremushkina – Künstlerin der traditionellen ukrainischen Petrykiwka-Malerei sowie Leiterin des Bereichs kulturelle Partnerschaften und Festivalzusammenarbeit des Deutsch-Ukrainischen Zentrums Rostock.
In dieser Zeit hat sich die Werkstatt zu einem kreativen Raum für ukrainische Frauen entwickelt, die durch Kunst ihre Kultur bewahren, sich gegenseitig unterstützen und die Tradition der ukrainischen dekorativen Malerei weiterführen. Gleichzeitig ist sie auch zu einem Ort geworden, an dem Bewohnerinnen von Rostock diese Kunstform entdecken und mit Interesse die Petrykiwka-Malerei kennenlernen.
„Wenn ich die Welt der Petrykiwka berühre, die Olga erschaffen hat und großzügig mit uns teilt, empfinde ich inneren Frieden, Ruhe, Ausgeglichenheit, eine kindliche Freude und tiefe Zufriedenheit. Hier blüht das Leben – und es ist eine wunderbare Psychotherapie für die Seele“, bemerkt die Teilnehmerin der Werkstatt Natalia Große, Psychologin mit über 30 Jahren Berufserfahrung.
In der Ausstellung wurden Arbeiten der Schülerinnen gezeigt, inspiriert von der traditionellen floralen Ornamentik der Petrykiwka-Malerei – einer Kunstform, die in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen wurde.
Im Lernprozess setzen sich die Teilnehmerinnen auch mit der künstlerischen Praxis bekannter Meister der Petrykiwka-Malerei auseinander – darunter Liliya Zorkina, August Morfey, Oksana Korkishko und Andriy Pikush – und studieren deren Kompositionen als Teil der traditionellen Ausbildung.
Wie Olga Cheremushkina betont, verbindet die Arbeit der Werkstatt ein sorgfältiges Studium der Tradition mit einer lebendigen künstlerischen Suche. Denn Kunst ist niemals statisch: Sie entwickelt sich ständig weiter, verändert sich und eröffnet neue Bedeutungen gemeinsam mit den Menschen, die sich ihr nähern.
Im neuen kulturellen Kontext erhält die Petrykiwka-Malerei eine zusätzliche Dimension – sie wird zu einer Sprache des Dialogs zwischen Kulturen, zu einer Möglichkeit, Erinnerung zu bewahren und zugleich eine neue gemeinsame künstlerische Realität zu schaffen.
Und genau deshalb blühen die Blumen der Petrykiwka, die auf ukrainischer Erde entstanden sind, heute auch in Rostock – als Symbol einer lebendigen Kultur, die keine Grenzen kennt.
Fotografie: Yuliia Polishchuk



















